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WISSENSWERTES

Hier werden Themen zu lesen sein, die mich beschäftigen, die mir Spaß machen, oder die ich auf meinen vielen Reisen durch das Netz entdeckt und interessant gefunden habe.


 

Currywurst

Die Wurst - ein fettes Vergnügen
Der kleine Snack für zwischendurch enthält pro Wurst mit Ketchup 515 Kilokalorien und 33 Gramm Fett! Das ist eine ganz gewaltige Menge Fett, die mehr als die Hälfte der Kalorien in der Wurst ausmachen.
Die Currywurst im beliebten Doppelpack mit Pommes rot-weiß geht kalorienmäßig wirklich in die Vollen. Allein eine Portion der frittierten Kartoffelstäbchen mit Ketchup und Mayonnäse enthält 350 Kilokalorien und 28 Gramm Fett!
Zusammen mit der Currywurst kommt man so locker in wenigen Minuten auf 865 Kilokalorien und 59 Gramm Fett - so ist die beliebte Kombination unter allen Fast-Food-Gerichten der absolute Spitzenreiter in punkto Fett und Kalorien. Beim nächsten Gang zum Imbiss sollte man sich überlegen, ob man nicht lieber im Austausch zu den Pommes mal einen Krautsalat und ein Brötchen essen oder die Wurst auch mal Wurst sein lassen und dafür nur die Pommes mit Ketchup und Salat essen. So werden mehr Ballaststoffe aufgenommen, was länger sättigt, dafür hat's weniger Fett und ein paar Vitaminchen mehr.

Was ist das für eine Alternative? Da die Wurst zwar sehr gerne aber nicht so oft von mir gegessen wird, werde ich höchstens einen Salat zur Wurst nehmen, aber anstatt? Nein, wirklich ...

Lecker Örtlichkeiten in Hannover um den "Phosphatstengel" geniessen zu können:
  • O-Curry - Lecker und gemütlich am Steintor.
  • Gaststätte Plümecke in der Voßstrasse 39 in Hannover. Ich habe leider noch keine Zeit gehabt die legendäre Wurst zu geniessen. Der Laden selber soll der Hammer sein!

Gesammeltes Krams

  • Wurstflash.de - Ein Wurst-Fanclub aus HH
  • Die Entdeckung der Currywurst. von Uwe Timm Broschiert - 186 Seiten - Dtv Erscheinungsdatum: November 2000 ISBN: 3423128399
  • Von Menschen und Würsten
    Die Entdeckung der Currywurst
    Die Geschichte beginnt am Hamburger Großneumarkt. Dort stand einst die wacklige Imbißbude von Frau Brücker, die jedem, der es hören wollte, erzählte, sie habe kurz nach dem Krieg die Currywurst erfunden. Daran erinnert sich der Erzähler auch noch Jahre später, als die Bude verschwunden und Frau Brücker längst in einem Seniorenheim gelandet ist. Er beschließt, sie dort zu besuchen und der Sache auf den Grund zu gehen.
    Uwe Timm, der diese Geschichte um die Entdeckung der Currywurst erzählt, traf mit seinem gleichlautenden Roman 1993 nicht nur den Geschmacksnerv tausender Leser, sondern auch den der Hamburger Zeichnerin Isabel Kreitz. Die hatte bereits mit ihren Comic-Strips "Heiß und fettig" einschlägige Erfahrung in der Fast-Food Branche gesammelt und ihr Interesse am Leben in Hamburg ist jedem ihrer Alben gegenwärtig. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann sie sich daran machen würde, die Geschichte von Frau Brücker in ihren Bildern zu erzählen. Das Warten hat ein Ende. Isabel Kreitz' Comic-Adaption von "Die Entdeckung der Currywurst" ist dieser Tage erschienen.
  • Greenpeace meldet Patent auf die Currywurst an ! - Eine Schreckensmeldung!

    Unter dem Motto "Rettet die Currywurst" soll auf die rechtliche Absurdität von Gen-Patenten hingewiesen werden. "Die belebte Natur zu einer Erfindung der Gen-Industrie zu machen, ist ähnlich absurd wie ein Patent auf die Currywurst", sagt Henning Strodthoff, Gentechnik-Experte von Greenpeace. Um die Schwächen der Patentrichtlinien zu verdeutlichen, hatte Greenpeace beim Europäischen Patentamt die Currywurst zum Patent angemeldet. Die Industrie hat sich bereits zahlreiche Nahrungspflanzen mit weitreichenden Rechten patentieren lassen.
  • . . . Wer erfand die Currywurst? Vor einigen Tagen trafen sich zwei Currywurst-Experten in einer kleinen Buchhandlung in Berlin, um über den Herkunftsort der Leibspeise unzähliger Deutscher zu diskutieren: Der Schriftsteller Uwe Timm und sein Berufskollege Gerd Rüdiger. Die beiden Schöngeister prallten mit ihren Ansichten so heftig aufeinander, daß nach Beobachtung der "Berliner Morgenpost" "fast die Fleischfetzen flogen". Dem Ketchup auf der Spur Timm erzählt in seinem Roman "Die Entdeckung der Currywurst", wie die Hamburgerin Lena Brücker zwei Jahre nach Kriegsende zufällig die herzhafte Würzwurst schuf. Als sie - in der einen Hand den Curry, in der anderen Ketchup - auf einer Treppe stolperte, geschah das Wunder. Beide Zutaten vermengten sich zu jener Soße, die die Currywurst erst zur Currywurst macht. Von da an verkaufte die Romanheldin das Zufallsprodukt auf dem Hamburger Großneumarkt. Von dort aus begann die Brutzelspezialität ihren Siegeszug. Rüdiger, der in Berlin lebt, widerspricht der Timmschen Darstellung entschieden. "Die Romanvariante ist vielleicht schöner. Aber die Geschichte der Currywurst ist eindeutig eine Berliner Geschichte", kontert der Autor, der die Fast-Food-Wurst für ein Phänomen hält, "weil sie die Leute Tag und Nacht essen können". In seinem Buch "Currywurst. Ein anderer Führer durch Berlin" fängt die Ketchup-Spur in Berlin an, und dort hört sie auch auf. Herta Heuwer machte am 9. September 1949 in ihrer Imbißbude am Stuttgarter Platz zuerst die sagenhafte Entdeckung und dann die "erste Currywurstbraterei der Welt" auf. "Ich hab' das Patent - und damit basta!" "Currywurst-Krieg: Berlinerin spricht ein Machtwort", meldete kürzlich die "B.Z.", die auflagenstärkste Boulevardzeitung in der Bundeshauptsadt. Die heute 83jährige Rentnerin verkündete: "Ich hab' das Patent - und damit basta!" In der Tat ließ sich die Imbißbudenbetreiberin ihr Rezept nach Rüdigers Recherchen patentieren. Das Zeugnis wurde am 21. Januar 1959 ausgestellt. Timm, dem es in seiner Novelle weniger um die Currywurst als um die deutsche Nachkriegszeit geht, sagt, das Werk basiere nur auf einer "winzigen historischen Authentizität" und ansonsten auf einer Fiktion. Allerdings will er seine erste Currywurst 1947 in Hamburg gegessen haben. Das wiederum läßt Autorenkollege Rüdiger nicht auf sich sitzen. Dem dreht sich der Magen um, wenn er von Timms Hamburger Currywurstvariante hört: "Zerschnittene Kalbswürste in Currysoße gerührt". Bleibt noch zu klären, wie ernst die zwei Schriftsteller ihren kleinen Streit nehmen. Schon wird gemutmaßt, beide wollten nur das Geschäft mit ihren Büchern ankurbeln. "Irgendwo lagern wohl noch Restexemplare seines Werks", schrieb der "Spiegel" garstig über Timm. Der Münchner Romancier ist "überrascht von dem Wirbel" und schlägt vor, "das sollte man auf sich beruhen lassen. Es ist einfach nur Literatur." Rüdiger nennt den Disput "lustig und schön". Der Berliner meint, der Zwist sei "genauso ernst oder nicht ernst zu nehmen wie das Patent von Frau Heuwer".
    Von Thomas Schmoll
    Quelle:Rhein-Zeitung


Krawatten

"Eine gutgebundene Krawatte ist der erste wichtige Schritt im Leben" [Oscar Wilde]

Ich denke jeden Morgen nur: F***! Warum muß das sein?
Zwischen drei und zehn Anläufen brauche ich, um mir diesen Polyester- oder Seidenlappen um den Hals zu binden. Die weitere Schwierigkeit ist dabei, daß im Zuge der Versuche der Halsdurchmesser wächst und ich natürlich immer wieder umdenken muß. Ein Teufelskreis!

Leider (oder zum Glück) beherrsche ich bis jetzt nur zwei Knoten, aber auf Grund meiner Recherche im Netz bin ich jetzt natürlich voll informiert und kann mit den geschicktesten Knoten aufwarten (und muß - zumindest für den Anfang - die Gleitzeit ausnutzen).
Jetzt weiß ich, dank den theoretischen Physikern Thomas Fink und Yong Mao, daß es rein rechnerisch 85 Wege gibt, eine Krawatte zu binden, wobei davon nur 13 den ästhetischen Anforderungen genügen.

Die mathematische Gleichung

K(h)=1/3 ( 2h-2 -(-1)h-2)

  Krawattenknoten 2003
    OUT IN
Eine Auswahl an Krawattenknoten:  
  • Windsor Knoten
  • halber Windsor Knoten
  • Plattsburgh Knoten
  • kleiner Knoten
  • orientalischer Knoten
  • doppelter Knoten
  • Atlantik Knoten
  • halber Winsdor Knoten
  • italienischer Knoten
  • persischer Knoten
  • four-in-hand Knoten
  • St. Andrew Knoten
  •  

    Krawattenmann des Jahres
    ist eine Ehrung die durch das Deutsche Krawatteninstitut mit Sitz in Krefeld, dem Deutschen Institut für Herrenmode und der KölnMesse an eine Person des öffentlichen Lebens verliehen wird, der sich durch besonderen Stil ausgezeichnet hat.

    Jahr   Person   Jahr   Person
    1965   H.J. Kulenkampf   1983   Wilhelm Wieben
    1966   Willi Daume   1984   O.W. v. Amerongen
    1967   Willy Brandt   1985   Richard Stücklen
    1968   Bernard Grzimek   1988   Claus Seibel
    1969   Walter Scheel   1990   Karl Otto Pöhl
    1970   Helmut Schön   1991   Günther Jauch
    1971   Peter Wyngard   1997   Bodo H. Hauser
    1972   Roy Black   2000   Michel Friedmann
    1973   Kurt Biedenkopf   2001   Guido Westerwelle
    1974   Dieter Kürten   2002   Johannes B. Kerner
    1975   Robert A. Lutz   2003   Borussia Mönchengladbach
    1976   Alwin Schockemöhle   2004   Götz Alsmann
    1977   Walter Leissler Kiep   2005   Ulrich Wickert
    1979   F. Wilh. Christians   2006   Christian Wulff
    1980   Johannes Groß   2007   Roger Cicero
    1981   Hans Rosenthal   2008   Henry Maske

    Geschichte

    Ich dachte bisher immer, die Krawatte gibt es seit ca. dem 18. Jahrhundert, und war dazu gedacht, die Knopfleiste der Hemden abzudecken.(Ein Wissensfragment aus der Schule.)
    Dank der Seite Krawattenknoten bin ich jetzt schlauer.

    Die Legende und Geschichte der Krawatte

    Wenn wir in die Zeit der Hochkultur der Ägypter zurücksehen, konnte man bereits dort etwas krawattenähnliches finden. Die höhere Klasse benutzte ein rechteckiges Stück Stoff als Dreieck an den Hals geknotet und um die Schulter wie ein Schal gelegt. Die hohen Priester und der König trugen ein buntes Tuch mit geometrischen Formen als Amulett und Zeichen ihrer Macht. Bei den Phöniziern dagegen, war das Halstuch teil der typischen Kleidung. Es war besonders groß und bunt in gelb und rot.

    Aus der Zeit der Römer gibt es eine Darstellung auf der Colonna Traiana wo man bei den Soldaten einen Vorläufer unserer Krawatte sieht. Ein langes schmales Stück Stoff, etwa 1 mtr. 50 lang, das man Focale nannte. Dieser Ausdruck leitet sich möglicherweise aus dem Wort „fauces“ (Hals) oder „focus“ (Träger von etwas wärmendem) her. Aus den Überlieferungen von Seneca, Quintiliano und Horatio erfahren wir, dass es im sozialen Leben üblich war den Hals unbedeckt zu lassen. Der Focale wurde deshalb von Frauen und kränklichen Personen getragen, um die Gesundheit zu schützen. Die Honorationen benutzen ihn dagegen bei öffentlichen Auftritten um ihre Stimme zu schonen. Im Laufe der Zeit wurde der Focale Teil der militärischen Kleidung.
    Auch bei den weit entfernten, antiken Chinesen finden wir einen Hinweis auf die Geschichte der Krawatte. Um 210 vor Chr. In Xi`an, ließ der Herrscher und Tyrann Shih Huang Ti ein Heer aus 7500 lebensgroßen Terrakotta Soldaten herstellen. Dieses Heer sollte sein Grab beschützen. Unglaublich, aber wahr! Ein existierendes Heer aus Reitern, Speerträgern, Soldaten und Vorgesetzten und eine Kleinigkeit war allen gleich: ein langes Stück Stoff, das um den Hals gebunden war.

    So beenden wir die Legenden, und machen Platz für die Geschichte, die unzweifelhaft als Schutzfunktion und nicht als Dekoration begonnen hat.
    Die wahre Geburtsstunde der Krawatte kann man etwa auf das Jahr 1660, mit der Ankunft der kroatischen Söldner in Frankreich, festlegen. Diese Söldner wurden von Ludwig dem XIV, dem Sonnenkönig (1643-1715) angeheuert. Ihre militärische Tracht beinhaltete ein Stück weißen Stoffes („hravatska“ genannt), das am Kragen in Form einer Rosette befestigt wurde und die Enden hingen über der Brust. Diese Bekleidung gefiel den Franzosen so, das sie keine Zeit verloren diese Mode in ganz Europa zu verbreiten. Sie wurde croatta oder auch Krawatte genannt.

    Zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert wurde die Mode größer und die Krawatte erfuhr einige Veränderungen. Sie wurde fein gewebt, dann zweimal um den Hals geschlungen und mit einem großen Knoten befestigt. In dieser Zeit kam die Mode der Steinkerque (benannt nach der Schlacht die von den Franzosen 1692 gewonnen wurde) auf. Diese Mode hob die Individualität des Einzelnen hervor und schloss eine lässige Eleganz ein. Die Krawatte wurde daher nur locker am Hals befestigt und die beiden Enden entweder in ein Loch im Jackett gesteckt oder mit einer Nadel festgesteckt. Diese Form der Krawatte eroberte alle und blieb en Vogue bis 1702, bis sie durch die Cremone ersetzt wurde.
    Diese war ähnlich der vorhergehenden Mode und erinnert an die schöne Zeit, als König Ludwig der XIV tonangebend in der männlichen Modewelt war. Von den unzähligen Höflingen des Königs, sticht die Figur des Signor di Miramond, „Cravatier“ seiner Majestät, hervor. Eine Gruppe von Höflingen teilte sich die tägliche Aufgabe dem König eine Auswahl von Krawatten zu präsentieren, aus denen er sich persönlich eine auswählte und festknotete. Der Cravatier hatte dann die Aufgabe sie schließlich auszurichten und zu stilisieren. Es fehlte auch nicht eine Gruppe von Damen, welche die Aufgabe hatten notwendige Näharbeiten zu verrichten. Madame Marthe-David Le Roux war nur für Reparaturen an der Krawatte zuständig.
    Sehr eitel und bedacht auf Eleganz reformierte er auch die Bekleidung des Militärs. Die Formen der Eitelkeit dieser Zeit sind fast exhibitionistisch, jeder Höfling hatte mehrere hundert Arten von Krawatten. Arten und Moden von Krawatten wechselten.

    Die Zeit der Französischen Revolution nähert sich. Die Krawatte wird zu einem Statussymbol für Macht. Sie wird zum ersten Mal in der Geschichte zum Ausdruck der politischen Überzeugung. Die Revolutionäre trugen eine schwarze, während die Gegner der Revolution eine weiße Krawatte trugen. Danach kam die Mode der Incroyables, besonders extravagante Liebhaber der Krawatte, die sich nach der original Mode sehr auffällig und phantasievoll kleideten. Ihre Krawatte war überproportional und wurde mit einer großen Anzahl von Schleifen, die das Kinn und die Unterlippe überdeckten, gebunden. In dieser Zeit lebte der schöne Dandy George Byran Brummel (1778-1840). Dieser Günstling des Prinzen von Wales und späteren Königs George V. verschwendete täglich Stunden damit, sich Knotenformen für seine Halszierde auszudenken. Den Tick des „Beaus Brummel“ spießte ein Zeitgenosse folgendermaßen auf: „meine erste Sorge gilt meiner Krawatte/ sie ist der Prüfstein guten Geschmacks/ ich arbeite Stunden in der Hoffnung/ dass sie wie hastig gebunden wirken mag.“

    In den Anfangsjahren des 18. Jahrhunderts ähnelte die Form der Krawatte unserer heutigen. Ansonsten war die Krawatte im 18. Jahrhundert sehr voluminös und aus Seidenfäden in uni grau, schwarz oder weiß gewebt. Sie wurde nach Geschmack, sozialer Gruppen Zugehörigkeit oder auf Grund von Kulturbewegungen ausgewählt. Die Kleidung des Mannes wurde im Laufe des 18. Jahrhunderts uniformiert und entnationalisiert, sie wurde universell. Man sah zum ersten Mal ein Jackett, das sich noch sehr von der heutigen Mode unterscheidet. Es war kurz und enganliegend, mit zwei abgerundeten Falten vorne und Seitentaschen. Einige Schneider verlängerten dann das Jackett und platzierten die Öffnung der Hose nach vorne, wie es heute noch üblich ist. So evolutionierte sich auch die Form der Krawatte. Es verschwand die extravagante Form, die nur von einigen freien Geistern, die sich gegen die Vereinheitlichung des Geschmacks wehrten, weiter getragen wurde.

    Interessant ist auch das Verhältnis der Frauen zur Krawatte. Die ersten Emanzen wie die Schriftstellerin George Sand und die berühmte Kurtisane und Schauspielerin der Pariser Belle Epoque Emilienne d`Alencon trugen die Krawatte als Zeichen ihrer Rebellion gegen die männliche Vorherrschaft. Die Krawatte wurde Zeichen des Strebens nach Gleichberechtigung. Mit dem Zeitalter der Industriellen Revolution veränderte sich das Bild der Krawatte radikal.
    Mit der Industrialisierung ging ein großer Teil des Modebewusstseins auf Grund von Zeitmangel verloren. Niemand hatte mehr Zeit für komplizierte Knoten und Schlingvarianten, außerdem mussten immer mehr Angestellte eine Krawatte tragen. Damals entstand der noch heute aktuelle Langbinder. In England nannte man ihn Four in hand, nach dem Knoten mit dem die Zügel der Vierspänner verbunden waren. In Frankreich war er als Regate bekannt, weil ihn viele reiche Sportsegler trugen. Seine endgültige komfortable Form bekam er aber erst in den 20er Jahren, nachdem der Amerikaner Jesse Langsdorf auf die Idee kam, die Krawatte diagonal zum Fadenlauf zu schneiden und in drei Teilen zusammenzunähen. Nach einigen modischen Spielereien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von breit bis schmal wurde die Krawatte in den 60er Jahren Synonym für Spießertum, Bürokratie und bourgeoises Establishment und somit völlig verachtet. Erst nachdem die 68er Generation in ein gesetztes Alter gekommen war, wurde auch die Krawatte wieder modern. Heute gehört sie wieder zum guten Ton. Mit der Krawatte kann man heute Signale setzen. Durch die Auswahl der richtigen Krawatte macht man einen bestimmten Eindruck auf seine Umgebung. Die richtige Kombination ist das Non-plus-ultra für Freizeit und Beruf.

    Copyright 2000 Jo Krawatte ®

    Lakritz

    (Glycyrrhiza glabra), die auch Süßholz genannt wird, ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Man findet diese Art in der Mittelmeerregion und in Westasien. Süßholz ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die bis zu 1 Meter hoch wachsen kann. Sie ist frostempfindlich und bevorzugt volle Sonne und tiefe, humusreiche, durchlässige Erde. Die Wurzeln werden im Herbst geerntet, aus deren Extrakt die als Lakritze bekannte Süßigkeit gewonnen wird. Unter anderem findet man Lakritz auch in Spirituosen und Tees.

    Die Herleitung des Wortes Lakritz kommt vom lateinischen glycyrrhiza, angelehnt dem griechischen glykys ("süß") und rhiza ("Wurzel"). Im Mittelalter kam unter dem Einfluss von liquor ("Flüssigkeit") eine Wandlung zu liquiritia, aus dem unmittelbar die deutsche Bezeichnung entstand.

    Die hauptsächliche Unterscheidung der Lakritze als Süßigkeit ist süß bzw. salzig. Wobei die salzige Lakritz ihren Character durch die Beimischung von Salmiak (Ammoniumchlorid) erhält, der sehr intensiv im Geschmack ist. In Deutschland dürfen Lebensmittel ohne Warnhinweis auf der Verpackung nicht mehr als 2 Prozent Salmiak enthalten. Lakritzwaren mit einem höheren Gehalt an Salmiak müssen einen Warnhinweis auf der Verpackung haben. Dieser lautet:
    Erwachsenenlakritz - kein Kinderlakritz bei Gehalten über 2 % bis 4,49 %
    Extra stark, Erwachsenenlakritz - kein Kinderlakritz bei Gehalten über 4,49 bis 7,99 %
    Man glaubt gar nicht, was drin ist! (Formel Glycyrrhizinsäure)
    Es gibt noch keine gesetzlichen Höchstgrenzen für Glycyrrhizin, das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt dennoch vor übermäßigem Lakritzgenuss. Lakritzprodukte, die mehr als 200 Milligramm Glycyrrhizin pro 100 Gramm Lakritze enthalten, müssen in Deutschland als Starklakritz gekennzeichnet sein.
    Bei der Herstellung der üblichen Lakritzformen werden die aus den Wurzeln extrahierten und eingedickten Inhaltsstoffe mit Gelatine, Stärke, Agar, Anis, Fenchelöl, Pektin und Zuckersirup und teilweise Salmiak vermischt. Die schwarze Farbe, die Lakritzsüßigkeiten in der Regel haben, ist künstlich erzeugt. In den Niederlanden und Skandinavien ist Lakritze (nl. drop, dän. lakrids) sehr verbreitet und wird in den verschiedensten Geschmacksrichtungen und Formen als Süßigkeit angeboten. Vor allem in Skandinavien wird der Lakritze Salmiak beigemischt, welches sehr intensiv im Geschmack ist. Auch in Norddeutschland sind Salmis (Salmiakpastillen) recht beliebt, wogegen man in den meisten europäischen Ländern nur süße Lakritze kennt. Im süddeutschen Sprachraum, in der Schweiz sowie in Österreich wird die süße Lakritze mundartlich oft auch Bärendreck genannt. Der Ulmer (später Nürnberger) Süßwarenfabrikant Karl Bär hatte auf viele Lakritzarten teilweise europaweite Patente inne.

    In Finnland ist der sogenannte Salmiakki Koskenkorva oder Salmiakki Kossu sehr verbreitet. Es ist ein Mischgetränk auf Basis des Koskenkorva Viina (Kossu), eines wodkaähnlichen finnischen Schnapses. Die tiefschwarze Spirituose hat 32 Vol% Alkohol und schmeckt intensiv nach Lakritze. In Island ist ein sehr ähnlicher Alkohol unter dem Namen Opal und Topas zu finden.

    In der medizinischen Verwendung, sind, bedingt durch die enthaltenen Saponine, vor allem der Glycyrrhizinsäure , die schleimlösende Wirkung haben, typische Anwendungsgebiete Husten, Bronchialkatarrh und weitere Erkrankungen der oberen Atemwege.
    Bereits 350 v. Chr. schätzte Theophrastos von Eresos Lakritze als Durstlöscher und Heilmittel gegen Husten. Es soll daher zur Standardausrüstung der römischen Soldaten gezählt haben. In seiner Geschichte der Süßigkeiten weist Tim Richardson darauf hin, dass auch französische und türkische Soldaten im Ersten Weltkrieg Lakritze im Marschgepäck hatten. Die medizinische Wirkung der Süßholzwurzeln war schon in der Antike bekannt. Die Ägypter des Altertums schätzten Lakritze sehr und kannten ein Lakritzegetränk namens Mai sus.
    Datt iss' schon lecker! In Mitteleuropa ist Lakritze als Heilmittel seit dem Mittelalter bekannt. In Großbritannien wurden Lakritztaler zu therapeutischen Zwecken hergestellt. Erst 1760 setzte ein Apotheker namens George Dunhill der Lakritze Zucker zu, so dass sie von da an als Süßigkeit verzehrt wurde. Auch heute findet man Lakritze in der westlichen Medizin als Anwendung bei Husten und Magengeschwüren. In der chinesischen Medizin ist Lakritze nach wie vor ein Standardheilmittel und wird dort als Tonikum für das Herz eingesetzt sowie bei Geschwüren, Erkältungen und Hautunreinheiten verwendet.
    Die heute bekannten Salmiakpastillen wurden bereits 1925 in Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis beschrieben. Die heute als „traditionell angewendetes Arzneimittel zur Schleimlösung im Bereich der Atemwege“ bekannte Pastille wird in der Kombination mit Ammoniumchlorid, Anisöl und Süßholzwurzelextrakt hergestellt. Weitere Anwendungsgebiete sind Gastritis und Magengeschwüre, die experimentell und klinisch belegte Wirkung ist aber noch nicht vollständig geklärt. Glycyrrhizinsäure selbst beeinflusst den Steroidstoffwechsel, indem das Enzym Steroidreduktase gehemmt wird. Dieses Enzym baut Cortison und Aldosteron ab, weshalb durch seine Hemmung die biologische Halbwertszeit der Corticosteroide verlängert wird.
    Oftmals bekannt, aber verkannt ist das aufgrund besagter Enzymhemmung mögliche Auftreten von arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) bei exzessivem Lakritzgenuss. Lakritz kann den Elektrolythaushalt des Körpers beeinflussen und zu Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Ödemen führen - Bedingt durch einen der Hauptinhaltsstoffe der Lakritze (Glycyrrhizin), die den Mineralocorticoidstoffwechsel beeinflusst. Derselbe Mechanismus hemmt auch den Abbau von NNK, welches das primäre Karzinogen der Zigarette bei Lungenkrebs ist. In vielen Zigarettenmarken ist Lakritz als Aromastoff enthalten. Im ostasiatischen Raum wird Glycyrrhizinsäure in Kombination mit Glycin und Cystein als Infusion zur Behandlung der chronischen Hepatitis und der Leberzirrhose eingesetzt. Für Glycyrrhizin wurde eine antivirale Wirkung bei Hepatitis A und C belegt. Desweiteren soll der Süßholzzucker die Produktion eines Virusproteins der Herpesviren blockieren, das normalerweise die Entdeckung des Erregers durch die Zelle verhindert. Ohne dieses Protein bemerken die Zellen den Eindringling und leiten ihren eigenen Tod ein. Die dafür nötige Dosis ist allerdings viel zu hoch, um durch normalen (gesundheitlich unbedenklichen) Lakritzkonsum erreicht zu werden, und wurde nicht am lebenden Menschen, sondern nur an Zellkulturen nachgewiesen.
    Weitere Forschungen untersuchen auch die antivirale Wirkung auf das Kaposi-Sarkom-auslösende Herpesvirus. Bedingt durch den Umstand, dass das Süßholz aus dem Vorderen Orient herangeschafft werden musste, ist Lakritze vor allem in Küstenregionen bekannt und geschätzt. Stark verbreitet ist der Genuss z.B. an den Küstenregionen Frankreichs und in Norditalien sowie in ganz England. Den Weltrekord im Lakritzeverbrauch halten aber die Niederländer mit 2 Kilogramm pro Person und Jahr. Innerhalb Deutschlands ist der Verbrauch im Norden deutlich größer als im Süden. Statistisch gesehen verzehrt eine Person pro Jahr 200 Gramm. Große deutsche Hersteller sind Katjes und Haribo.


     

     
       © 2009 by Thomas Henkel •  contact_me@thomashenkel.net